Anti-Jagd Training

Anti-Jagd Training

Unter dem Motto „Jagen? Nein Danke!“ hatten wir am letzten Samstag unser Anti-Jagd Training in der Martin Rütter Hundeschule Erfurt. Es war unser erstes Seminar in der Richtung, weswegen wir anfangs ziemlich nervös waren. Was wird wohl auf uns zukommen? Wie werden die anderen Teilnehmer sein? Was wird die Trainerin von uns denken? Tja, all das sind Fragen, die uns anfangs durch den Kopf gingen. Glücklicherweise haben wir relativ schnell gemerkt, dass alles gar nicht so schlimm ist.

Bevor es praktisch werden konnte, musste natürlich erstmal etwas Theorie her. Dazu gab es eine Präsentation von der Trainerin, in ein paar grundlegende Dinge erläutert wurden. Warum jagen Hunde eigentlich? Was ist jagen eigentlich? Wo beginnt jagen? Welche Jagdersatzmethoden gibt es? Unserer Meinung nach ist dieser theoretische Input sehr wichtig, um das Verhalten des Hundes überhaupt verstehen zu können. Außerdem ist es sehr interessant und lehrreich gewesen. Wusstet ihr, dass zum Beispiel schon das Buddeln in Mäuselöchern zum Jagen zählt?

Nach dem Theorieteil wurde es dann praktisch. Zuerst wurde geschaut wie die Bindung zwischen den einzelnen Hundehaltern und den Hunden ist bzw. wie gut der Rückruf sitzt. Bei uns hat das so halb gut funktioniert. So lange Jimmy sich nicht irgendwo festschnüffelt, klappt es prima. Aber wehe irgendwas riecht interessant, dann sind die Zweibeiner abgemeldet. Das ist also unsere erste Baustelle.
Zusätzlich zu dem verbalen Rückruf mit einem „Hier“ haben wir auch angefangen die Hundepfeife zu konditionieren. Dazu rufen wir Jimmy ganz normal mit dem bekannten „Hier“ und kurz bevor er da ist, kommt ein Pfiff und es folgt eine riesen Belohnung. Bei uns ist das Hundeleberwurst aus Tuben, aber es könnte auch alles andere sein was der Hund besonders gerne mag. Das macht man so lange bis der Hund sicher assoziiert, dass der Pfiff ein Rückrufsignal ist. Uns persönlich sagt die Hundepfeife deswegen besonders zu, da sie auch auf größere Distanz hörbar ist. Eigentlich entfernt Jimmy sich nicht wirklich weit von uns, aber sollte es aus irgendwelchen Gründen doch mal zu dem Fall kommen, dass er doch weiter wegrennt, dann hätte ich gerne ein zuverlässiges Abrufsignal was auch auf die Distanz problemlos klappt.

Ein weiterer Punkt auf der Liste der Praxisübungen war das Aufzeigen von Jagdalternativen, denn wir haben gelernt, dass man das natürliche Jagdverhalten von Hunden nicht einfach abstellen bzw. abtrainieren kann. Ganz oben auf der Agenda stand dort der Futterdummy. Leider konnte Jimmy sich bis dahin gar nicht dafür begeistern, sodass wir quasi bei 0 anfangen mussten. Dafür haben wir den Dummy mit richtig leckerer Leberwurst eingerieben und Jimmy immer wieder versucht zu animieren mit uns zu spielen und in den Dummy zu beißen. Anfangs haben wir jegliches Interesse am Dummy belohnt, später wurde das Belohnen auf das tätsächliche Reinbeißen in den Dummy begrenzt. Am Ende des Trainings war Jimmy so weit, dass er einige Male in den Dummy gebissen hat und ihn sogar 3 Mal in unsere Richtung getragen hat.

Das dritte Thema der Praxis war die Impulskontrolle. Hier hat Jimmy wahrscheinlich mit die größten Defizite. Seine größte Schwäche ist Futter. Sobald er Futter sieht, vergisst er alle seine Manieren – er springt hoch, bellt, fiept und ist wirklich absolut in Extase. Man könnte also sagen, dass die Impulskontrolle im Bezug auf Futter bei ihm kaum vorhanden ist. Daran arbeiten wir jetzt intensiv. Aktuell sieht das bei uns so aus, dass wir Jimmy absitzen lassen und ihm das Signal „Bleib“ geben. Dann legen wir eine handvoll Futter auf kurze Entfernung vor ihm auf den Boden. Bleibt er artig sitzen bis wir wieder bei ihm sind, dann wird er erstmal für das Warten belohnt und darf auf unser Signal die anderen Leckerli suchen/holen. Steht er vorher auf, werden die Leckerli wieder eingesammelt und der ganze Ablauf beginnt von vorne.

Am Ende des Seminars waren sowohl Jimmy als auch wir müde. Es waren doch sehr viele Informationen, die man in diesen drei Stunden Seminar bekommen hat.

Unser Fazit: Das Seminar hat sich für uns definitiv gelohnt! Wir haben viele neue, interessante Impulse und Ansätze bekommen, die wir jetzt weiter vertiefen. Und was soll ich sagen? Wir machen gute Fortschritte. Dazu erzähle ich aber in einem anderen Blogbeitrag demnächst mehr.
An dieser Stelle auch nochmal ein riesen Dankeschön an Franziska, unsere Trainerin. Sie hat wirklich hilfreiche Tipps gegeben, nie die Geduld verloren und steht uns noch heute mit Rat und Tat zur Seite.

Zum Abschluss des Seminars gab es übrigens sogar eine Urkunde 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s