Leben und Alltag mit einem schilddrüsenkranken Hund

Leben und Alltag mit einem schilddrüsenkranken Hund

Seit ungefähr 5 Jahren wissen wir, dass Laya an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet. Aber was ist eine Schilddrüsenunterfunktion eigentlich? Was bedeutet es nun eigentlich für uns als Hundehalter, wenn man diese Diagnose bekommt? Und wie sieht der Alltag mit einem schilddrüsenkranken Hund aus?

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Schilddrüse ist ein wichtiges Organ, welches sich im oberen Halsbereich befindet. Sie ist für die Produktion wichtiger Hormone (T4, T3) zuständig. Diese Hormone haben großen Einfluss auf fast alle Stoffwechselprozesse im Körper. Wenn Schilddrüsenzellen zerstört sind und dadurch zu wenig Hormone produziert werden, dann nennt man das Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose).

Woran haben wir erkannt, dass Laya an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet?

Aufgrund der Tatsache, dass das T4 und T3 Hormon Einfluss auf fast alle Stoffwechselprozesse im Körper hat, sind die Symptome für eine Schilddrüsenunterfunktion sehr vielseitig. Häufig treten Fell-und Hautveränderung und Entzündungen, z.B. der Ohren, auf. Außerdem ist auch Übergewicht ein häufig zu beobachtendes Phänomen.

Bei Laya war es so, dass sie auf einmal sehr träge wurde. Sie hatte wirklich keine Lust mehr Gassi zu gehen und lief nur ganz langsam hinter uns her. Anfangs schoben wir es auf die Wärme, aber nachdem es einfach nicht besser wurde, sind wir zum Tierarzt gegangen. Dieser hat Blut abgenommen und festgestellt, dass Layas T4-Wert an der unteren Grenze des Referenzbereiches liegt. Außerdem stellte er einen verlangsamten Herzschlag fest. Das ließ bei uns natürlich alle Alarmglocken läuten! Zu dem Zeitpunkt hatte Laya auch immer wiederkehrende Bindehautreizungen aufgrund von zu trockenen Augen. Wie sich später herausgestellt hat, waren auch diese ein Symptom der SDU. Zusätzlich hatte Laya damals mit Übergewicht zu kämpfen, welches wir einfach nicht in den Griff bekommen haben.
Der Tierarzt war damals der Meinung, dass abwarten für den Augenblick ausreichend ist, evtl. gibt es sich ja von alleine. Wir waren mit dieser Lösung gar nicht einverstanden und haben daraufhin den Tierarzt gewechselt. Dieser hat nach weiterführenden Untersuchungen eine Substitution mit Wethyrox (L-Thyroxin) befürwortet. So haben wir also begonnen Layas Wohlfühldosis herauszufinden.

Was ändert sich nach der Diagnose?

Nach der Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion gibt es einige Dinge, die zu beachten sind. Der Hund wird nun sein restliches Leben lang auf die regelmäßige Gabe der Medikamente angewiesen sein.
Da es sich bei dem Medikament um Hormone handelt, sollte es immer ungefähr zur selben Zeit gegeben werden. Das ist natürlich aufgrund von Arbeit oder anderen Terminen nicht immer möglich. Es gibt Hunde, denen macht es gar nichts aus, wenn sie die Tabletten mal etwas später bekommen, aber es gibt auch Hunde, denen merkt man sofort an, wenn sie ihre Tabletten zu spät oder zu früh bekommen haben. Laya gehört glücklicherweise zu den Hunden, denen es nichts ausmacht, wenn es mal zeitliche Verschiebungen bei der Tablettengabe gibt. Wichtig ist jedoch, dass mindestens 30 Minuten zwischen Tablettengabe und Fütterung liegen. Wie auch beim Menschen sollte man Schilddrüsenmedikamente immer nüchtern einnehmen.
Neben der regelmäßigen Tablettengabe gibt es einige Lebensmittel, die man als Hundehalter nun lieber vermeiden sollte. Dazu gehört beispielsweise alles an Kehlkopf- und Schlundfleisch. Aber z.B. auch Brokkoli, Blumenkohl oder Melone sollten besser vermieden werden.
Natürlich stehen bei uns auch regelmäßige Tierarztbesuche auf dem Plan. Inzwischen gehen wir nur noch alle sechs Monate zur Kontrolle. In der Einstellungsphase sind wir aber alle drei Monate zum Blutabnehmen gegangen.

Alltag mit einem schilddrüsenkranken Hund

Unser Alltag hat sich seit der Diagnose schon etwas verändert. Wenn man beispielsweise unterwegs ist, hat man immer im Hinterkopf, dass man zu einer bestimmten Zeit zuhause sein muss, damit Laya ihre Tabletten pünktlich bekommt. Ihre Tabletten bekommt Laya zwei Mal am Tag – einmal morgens und einmal abends.

Unser Alltag sieht meist so aus, dass wir unter der Woche morgens um sechs Uhr aufstehen. Vor dem Gassi bekommt Laya ihre Tabletten. Sobald wir vom Gassi wiederkommen gibt es Frühstück. Zwischen Gassi und Tablette vergeht meist so eine halbe Stunde. Mittags gehen wir unsere zweite Runde, am Nachmittag folgt eine große Gassirunde. Wenn wir von der großen Runde zurück sind, gibt es nochmal Futter. Meist passiert das so zwischen 16 und 18 Uhr. Ihre zweite Tablettendosis bekommt Laya abends um 20 Uhr. Gegen 22 Uhr gibt es dann nochmal eine letzte Runde.
Am Wochenende stehen wir etwas später auf, sodass sich die morgendliche Tablettengabe etwas nach hinten verschiebt. Glücklicherweise ist das für Laya kein Problem.

Unsere Empfehlung

Was uns noch sehr am Herzen liegt: Wenn ihr den Verdacht habt, dass euer Hund an einer Schilddrüsenunterfunktion leidet, dann sucht euch einen erfahrenen Tierarzt! Wir haben in der Vergangenheit leider sehr oft die Erfahrung gemacht, dass die meisten Tierärzte sich kaum bis gar nicht auskennen was die Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden angeht. Aber es gibt auch wirklich erfahrene Tierärzte, die sich auf genau solche Hunde spezialisiert haben. Und der Gang zum Experten lohnt sich wirklich, diese Erfahrung haben wir auch schon gemacht.
Falls ihr Ansprechpartner benötigt, dann dürft ihr uns gerne schreiben, wir helfen euch gerne weiter!

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