Die Frage nach der richtigen Ernährung

Die Frage nach der richtigen Ernährung

Eine der wohl wichtigsten und meistgestelltesten Fragen, wenn ein Hund einzieht, ist die Frage nach dem richtigen Futter. Inzwischen gibt es wirklich wahnsinnig viel Auswahl auf dem Markt. Das Angebot erschlägt einen fast. Ich bin ganz ehrlich am Anfang auch ziemlich überfordert gewesen. Soll es ein Nassfutter sein, ein gutes Trockenfutter oder doch lieber Barf?
Eine pauschale Antwort auf die Frage welches Futter das richtige ist gibt es meiner Meinung nach nicht. Ich bin der Meinung, dass jeder individuell entscheiden sollte womit er sich am Wohlsten fühlt. Manchmal hat man auch gar keine Wahl, da der Hund nur ein Futter verträgt.

Wie haben wir das richtige Futter ausgewählt?

Laya hat viele Jahre lang morgens Trockenfutter und nachmittags Nassfutter bekommen. Dabei war es mir wichtig hochwertige Produkte zu verfüttern. Wobei ich auch ehrlich zugeben muss, dass sie am Anfang wirklich kein hochwertiges Futter bekommen hat. Das hat sich aber mit den Jahren drastisch geändert. Vor einigen Jahren mussten wir zwangsweise auf nierenschonendes Trockenfutter umsteigen, da sie Probleme mit den Nieren bekommen hat. Sie hat das alles prima vertragen, weswegen ich da anfangs keine Veranlassung sah irgendetwas zu verändern. Zwar hatte ich mich schon öfter mit dem Thema Barf auseinandergesetzt, aber irgendwie klang mir das immer alles viel zu kompliziert und ich hatte Angst etwas falsch zu machen.
Jimmy hat am Anfang, ähnlich wie Laya, auch einen Mix aus Trockenfutter und Nassfutter bekommen. Bei ihm war es allerdings so, dass er häufig an Durchfall litt. Als es auch mit verschiedenen Futtersorten nicht besser wurde, war ich „gezwungen“ mich nochmal mit dem Thema Barf auseinander zu setzen. Im Nachhinein bin ich dafür sehr dankbar, denn seitdem wir barfen hat Jimmy keine Probleme mehr mit futterbedingtem Durchfall!

Wir sind also nach einigen Überlegungen und nach einigem Probieren aufgrund von Jimmys Unverträglichkeit zum Barfen gekommen.

Worauf sollte man bei der Auswahl von Fertigfutter achten?

Nicht jeder möchte oder kann barfen. Das ist auch völlig in Ordnung! Dennoch sollte man einige Dinge bei der Auswahl von Fertigfutter beachten.

Trocken- und Nassfutter

Es gibt inzwischen wirklich viele verschiedene Sorten von Trocken-und Nassfutter. Diese unterscheiden sich nicht nur in der Zusammensetzung, sondern auch im Preis oft drastisch. Besonders wichtig ist natürlich die Zusammensetzung des Futters. Der auf der Dose als erstes genannte Bestandteil ist meist der, der überwiegend im Futter enthalten ist.

Fleisch
Der Hauptbestandteil von wohl jedem Futter für Hunde sollte Fleisch sein. Je höher der Fleischanteil, desto besser.

Getreide
Mir persönlich war es immer wichtig, dass das Futter getreidefrei ist, da Laya zu Übergewicht neigt. Getreide ist ein günstiger Füllstoff, der gerne in Fertigfuttern verwendet wird. Dieser Bestandteil ist für Hunde aber absolut nicht notwendig. Zu Getreide zählen u.a. Weizen, Mais, Maismehl und auch Reis.

Proteine
Außerdem sollte man auf den Proteingehalt im Futter achten. Dieser sollte angepasst an den Hund sein, d.h. dass Hunde im Wachstum natürlich mehr Proteine benötigen als ausgewachsene Hunde oder gar Hundesenioren. So sollte der Proteingehalt von Futter für Welpen bei ca. 25-30%, für ausgewachsene Hunde zwischen 20 und 25% und für Hundesenioren bei unter 20% liegen. Auch bei sehr aktiven oder trächtigen Hündinnen ist der Bedarf natürlich gesteigert. Dabei ist es natürlich wichtig, dass man darauf achtet, das Futter bei Bedarf regelmäßig auf die entsprechende Lebensphase des Hundes anzupassen.

Zucker
Gerade in sehr billigem Futter findet man als Inhaltsstoff auch gerne mal Zucker aufgeführt. Kein Hund benötigt Zucker. Das ist vor allem auch schlecht für die Zähne. Deswegen sollten Trockenfutter mit Zucker gemieden werden.

Fazit Fertigfutter
Ich möchte an der Stelle nicht per se sagen, dass günstige Fertigfutter zwingend schlecht sein müssen. Es gibt auch viele sehr teuere Fertigfutter, die meiner Meinung nach nicht gerade toll sind. Man sollte sich also wirklich im Einzelfall die Inhaltsstoffe genau anschauen und abwägen, ob es ein gutes oder eher ein minderwertiges Futter ist.

Worauf sollte man beim Barfen achten?

Zum Thema Barfen wird es auf dem Blog definitiv nochmal einen gesonderten Beitrag geben, dennoch möchte ich an der Stelle kurz auf das Thema eingehen.

Auch Anbieter von Barfprodukten gibt es inzwischen immer mehr. Die einen werben mit Fertigbarf, die anderen mit einzelnen Fleischsorten und wieder andere mit Zusätzen. Die Qual der Wahl ist also groß.

Fertigbarf
Ich persönlich bin kein Fan von Fertigbarf. Es ist zwar schön leicht, wenn man das Paket am Abend einfach nur aufmachen muss, um es am nächsten Tag in den Napf zu füllen. Oft ist es aber leider so, dass Fertigbarf nicht wirklich bedarfsdeckend ist. Jeder Hund hat einen anderen Nährstoffbedarf, dieser soll natürlich durch die Mahlzeiten optimal gedeckt werden. Das ist aber bei Fertigbarf kaum möglich, denn man hat keinen Einfluss auf die Menge der einzelnen Komponenten, d.h. es kann zwar ausreichend Muskelfleisch enthalten sein, aber die Menge an Innereien passt nicht zu dem was der Hund eigentlich benötigen würde.

Einzelne Fleischsorten
Meiner Meinung nach ist es immer besser die Mahlzeiten des Hundes individuell zusammenzustellen. Dabei benötigt man unterschiedliche Sorten Fleisch/Fisch, Innereien, Knochen und Pansen/Blättermagen. Bei der Auswahl des Fleisches achte ich besonders auf die Qualität. Ich kaufe gerne stückiges Fleisch, damit die Hunde nicht so schlingen und gleichzeitig durch das Kauen auch noch die Zähne etwas gereinigt werden. Um wirklich bedarfsdeckend zu füttern sollte man mindestens 3-4 verschiedene Sorten Fleisch (gerne auch einmal pro Woche Fisch) füttern. Dabei muss man schauen was der Hund gut verträgt. Bei uns gibt es zum Glück keine Probleme mit Allergien, sodass ich relativ frei wählen kann.
Man sollte sich übrigens immer wenigstens eine, für den Hund noch unbekannte Fleischsorte aufheben, die man nicht füttert! Sollte man mal eine Ausschlussdiät machen müssen, weil ein Allergieverdacht im Raum steht, so fängt man mit dieser Sorte an.

Zusätze
Es gibt wahnsinnig viele verschiedene Zusätze, dabei kann man schnell den Überblick darüber verlieren, welche Zusätze tatsächlich notwendig sind. Unten werden einige ausgewählte Zusätze kurz beschrieben. Es gibt noch viel viel mehr und für jeden Hund sind u.U. auch andere Zusätze notwendig.
Komplettpulver
Es gibt viele Komplettpulver unterschiedlicher Art. Diese sollen laut den Herstellern dem Hund zusätzlich zu den Mahlzeiten gefüttert werden. Hier sollte man unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten! Es ist beispielsweise nicht gut dem Hund dauerhaft Kräutermischungen zu füttern, das kann im Zweifel die Wirkung der Kräuter einschränken.
Seealgenmehl
Seealgenmehl ist wichtig für die Jodversorgung. Ein Hund kann nicht ausreichend Jod durch das Futter aufnehmen. Deswegen ist es nötig das Jod künstlich zu supplementieren. Hierbei sollte man beim Kauf darauf achten, dass der Jodgehalt explizit in der Beschreibung ausgewiesen ist, denn das ist notwendig wenn man die optimale Menge berechnen möchte.
Calciumcitrat
Wenn man keine Knochen füttern kann oder möchte, dann muss man das Calcium künstlich beifügen. Eine Möglichkeit hierfür ist das Calciumcitrat.
Grünlippmuschelpulver
Gerade für ältere Hunde ist dieser Zusatz sehr hilfreich. Er soll nämlich gut für die Gelenke sein. Laya bekommt ihn seit Beginn des Barfens täglich ins Futter.
Spirulina
Genau so wie beim Seealgenmehl, handelt es bei Spirulina auch um eine jodhaltige Alge. Der Jodgehalt ist jedoch so gering, dass Spirulina nicht als Supplement für den Jodbedarf geeignet ist. Dennoch ist es ein guter Nährstoffbooster.
Öl
Öl stellt einen elementaren Bestandteil des Barfens da. Dabei haben tierische Öle Vorrang vor pflanzlichen. Wir benutzen ein 3-6-9 Öl. Damit wird der Bedarf komplett abgedeckt.

Fazit Barfen
Natürlich gibt es auch beim Barfen einige Dinge worauf man achten sollte, aber es ist definitiv machbar. Sollte man sich die Planerstellung selbst nicht zutrauen, dann gibt es inzwischen auch viele Hundeernährungsberater, die einem einen individuellen, bedarfsdeckenden Plan erstellen. Das ist insbesondere auch interessant für Hundehalter, die sich aufgrund von Krankheiten nicht trauen ihre Hunde zu barfen.

Fazit

Wie oben bereits erwähnt, gibt es keine pauschale Aussage darüber welches Futter das geeignete ist. Jeder Hundebesiter muss individuell abwägen welches das richtige Futter für seinen Liebling ist. Wichtig ist mir an der Stelle nur eines: Setzt euch auseinander mit dem Futter welches ihr überlegt zu kaufen. Informiert euch über die Inhaltsstoffe, die optimale Zusammensetzung und darüber was euer Hund benötigt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s